Arbeitgeber vergibt Genussrechte: Zahlungen sind Kapitalerträge

Zusammenfassung

  • Erträge aus dem Arbeitnehmer gewährten Genussrechten sind IMMER Kapitalerträge
  • Ein selektives Angebot nur für leitende Mitarbeiter ermöglicht KEINE Abrechnung als Arbeitslohn
  • Berücksichtigung der Tatsache, dass der Arbeitnehmer das Kapital aus eigenem Vermögen und das Verlustrisiko trägt
  • Bei Krankheit ebenfalls Anspruch auf die Erträge

Sachverhalt

Ein Arbeitgeber hatte mit seinem Marketingleiter Genussrechtsvereinbarungen abgeschlossen. Durch die nur Arbeitnehmern angebotenen Rechte sollten Investitionen finanziert werden. Die jährlichen Erträge waren auf 18 % des Nennwerts der Einlage begrenzt.

Das Finanzamt behandelte die Erträge als Arbeitslohn, weil die Vereinbarungen nur leitenden Mitarbeitern angeboten wurden und die Renditen unangemessen hoch gewesen seien. Der Marketingleiter begehrte indes eine Besteuerung mit dem für Einkünfte aus Kapitalvermögen geltenden niedrigeren Steuersatz. Und zwar zu Recht, wie das Finanzgericht befand.

WEITERE INFORMATIONEN

Quelle | FG Münster, Urteil vom 7.12.2018, Az. 4 K 1366/17 E, unter www.iww.de, Abruf-Nr. 207221